SEPULTURA – live in Dresden, 23.08.2023

SEPULTURA – Europe Summer Tour 2023
Mittwoch, 23.08.2023 – Dresden Tante Ju
Support: CHAVER + DIETH

Dresden ist immer eine Reise wert, erst recht, wenn die Lieblingsbrasilianer in der Stadt weilen. Obwohl ich Dresden gut kenne, war eine Stadtbesichtigung Pflicht, trotz tropischer Hitze. Zwischen Neu- und Altmarkt schlenderte ich durch kleine Gassen vorbei an der Semperoper, der Frauenkirche oder dem Fürstenzug.

Immer wieder beeindruckend ist der Dresdener Zwinger. Erbaut unter der Regentschaft von August dem Starken schmücken den einstigen Repräsentationsort reich verzierte Pavillons, Tore und Galerien. Die wunderbare Gartenanlage im Innenhof ist immer noch eine riesige Baustelle. Ein Spaziergang über den Dachbereich war aber möglich und ich konnte die unzähligen, detailreichen Skulpturen bewundern.

Schauplatz des ausverkauften Konzerts in Dresden war der Club Tante Ju. Der Schuppen ist nach dem dreimotorigen Verkehrs- und Transportflugzeugs die Junkers Ju 52, Spitzname Tante Ju, benannt. Das gemütliche Ambiente erinnerte durch zahlreiche Details an die bunte Welt der Fliegerei.

Um Punkt 20:00h eröffneten CHAVER den Abend. Der Stil, des aus Leipzig stammenden Trios lässt sich am besten als eine Mischung aus Hardcore, (Death)Metal und Punk, mit teilweise experimentellen Anleihen beschreiben. Sänger und Gitarrist Winni, brachte gefühlt nach jedem Song seine Freude zum Ausdruck als Support von SEPULTURA auf der Bühne stehen zu dürfen. Die Drei spielten sich den Arsch ab und erwiesen sich als würdiger Opener für die brasilianischen Metal Ikonen.

Als Nächstes standen DIETH auf der Bühne und brachten mit ihrer fetten Mischung aus Death- und Thrash Metal die Halle zum Kochen. DIETH sind Gitarrist/Sänger Guilherme Miranda (ex-Entombed A.D.), Schlagzeuger Michał Łysejko (ex-Decapitated), Bassist David Ellefson (ex-Megadeth) und bei Liveshows zusätzlich Hubert „Hub“ Więcek, als zweiter Gitarrist. Der Sound drückte brachial aus den Boxen und die Headbanger ließen Fäuste und Haare fliegen und tobten sich im Circle Pit aus. DIETH legten einen mehr als geilen Auftritt aufs Parkett und ließen die Vorfreude auf SEPULTURA steigen.

Die „die-hard“ Fans brüllten beim „Policia“ Intro schon lauthals mit und fieberten dem Auftritt von SEPULTURA entgegen. Als die Brasilianer unter tosendem Applaus die Bühne enterten, gab es kein Halten mehr. „Isolation“ wurde mit viel Energie in die Menge gerotzt, gefolgt von „Dead Embryonic Cells“. Wurde „Territory“ von der Setlist gestrichen? Egal. Weiter ging es mit „Means To An End“, „Capital Enslavement“, “Kairos” und “Propaganda”. Dazwischen, wie immer ein paar Worte auf Deutsch von Derrick und auch Meister Kisser begrüßte die Fans in Dresden und forderte diese zum Circle Pit auf.

„Guardians Of Earth“, „Ali“ und „Machine Messiah” wurden von den Schädelschwingern gefeiert ohne Ende. Luft zum Atmen gab es in der Halle mittlerweile kaum noch und Platz zum Bewegen verschaffte man sich im Circle Pit.

Mein geliebtes  „Territory“ wurde doch nicht von der Setlist gestrichen, sondern zusammen mit David Ellefson zelebriert. Die unglaubliche Spielfreude von SEPULTURA zusammen mit Ellefson übertrug sich direkt auf die Headbanger und diese kannten absolut kein Halten mehr.

Ellefson wurde nach dieser Einlage überschwänglich verabschiedet, bevor „Agony Of Defeat“ das letzte Drittel der Show einläutete. Bei „Refuse/Resist“ und „Arise“ schien die Tante Ju zu explodieren und SEPULTURA verabschiedeten sich, schweißgebadet von den Fans.

Wie immer nahmen der Applaus und die „SEPULTURASEPULTURA“ Rufe kein Ende und als die Band wieder auf der Bühne erschien, wurde der Jubel noch lauter. Bei „Ratamahata“ und „Roots“ tropfte der Schweiß nicht nur aus jedem Shirt und jeder Pore, sondern auch von den Wänden und der Hallendecke. Völlig ausgepumpt verteilten SEPULTURA noch Pleks und Drumsticks, bevor sie endgültig die Bühne verließen.

SEPULTURA waren auch in Dresden wieder in Hochform und obwohl das Tourende schon kurz bevor stand, konnte man bei dem Quartett keine Ermüdungserscheinungen feststellen. Bei jeder Show fackeln Andreas, Derrick, Paulo und Eloy ein Thrashfeuerwerk ab und reißen jede Hütte ein. Die Brasilianer sind live einfach eine Urgewalt.

Text+Fotos: Sandra Baumgartl

 

 

 

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