JUDAS PRIEST- Metal Masters Tour Europe 2024 live in München

JUDAS PRIEST – Metal Masters Tour Europe 2024
Montag, 25.04.2024 – München Olympiahalle
Support: URIAH HEEP & SAXON

Zu einem Rock-Ikonen Treffen kam es am Montag, den 25.03.2024 in der Münchner Olympiahalle. JUDAS PRIEST zelebrierten zusammen mit  URIAH HEEP und den NWoBHM Urgesteinen von SAXON eine Hardrock- und Metalmesse der Extraklasse vor ausverkaufter Kulisse.

Der Jubel in der Halle war groß, als die Rock Legenden von URIAH HEEP die Bühne enterten. Die britischen Hardrock Veteranen zählen neben Black Sabbath, Deep Purple oder Led Zeppelin zu den erfolgreichsten Vertretern ihres Genres. Und dies stellten sie an diesem Abend mit ihren kernigen, rockigen Melodien, welche sich direkt im Gehörgang festsetzten, eindrucksvoll unter Beweis.

Auch wenn Gitarrist Mick Box als einziges verbliebenes Gründungsmitglied noch über die Bühne fegte, so hatte die Band nichts von ihrer Frische und Energie verloren. Im Gegenteil, URIAH HEEP begeisterten mit einer tollen Show und Songs wie „Save Me Tonight“, „Free ‚N‘ Easy“ oder „Gypsy“. Die Leistung von Sänger Bernie Shaw an diesem Abend kann man nur als herausragend bezeichnen. Stimmlich absolut on top, mit einer wahnsinnigen Bühnenpräsenz setzte Shaw ein Ausrufezeichen unter diesen Auftritt. Mit dem Hit „Easy Livin“ brachten URIAH HEEP das Lebensgefühl der 70er Jahre in die Olympiahalle, bevor bei „Lady in Black“ in alten Erinnerungen geschwelgt werden durfte. Leider spielten die Briten nur ein verkürztes Set und nach knapp 40 Minuten war bereits schon wieder Schluss.

Als die Altmeister von SAXON auf die Bühne stürmten, ließen sie keinen Zweifel an der Marschrichtung an diesem Abend aufkommen. Bassist Nibbs Carter schraubte sich fast die Rübe vom Gestell und ließ die Matte kreisen. Doug Scarrat an der Axt wirkte wieder total verpeilt und doch saß jedes Riff astrein. Kutten flogen auf die Bühne und Biff streifte diese über seinen obligatorischen Gehrock und wirbelte wie ein Derwisch über die Bühne.

Die Urgesteine drückten ordentlich aufs Tempo und „Motorcycle Man“, „Sacrifice“, „And The Bands Played On“, oder „Heavy Metal Thunder“ ließen die Party in der Olympiahalle auf Hochtouren laufen. SAXON adelten den Abend noch mit „Denim And Leather“ und beendeten ihren Kreuzzug mit „Wheels Of Steel“ und „Princess Of The Night“.

Bevor das Banner mit dem „United We Stand“-Glaubensbekenntnis fiel, erschallte Black Sabbaths „War Pigs“ aus den Boxen und wurde lauthals von den Fans mitgegrölt. Die Spannung war greifbar und entlud sich, als Rob Halford und seine Mitstreiter auf der Bühne erschienen. In schwarzes Leder gewandet, mit kahl rasiertem, tätowierten Schädel und Rauschebart tigerte Halford bei „Panic Attac“ über die Bühne und ließ sich von seinen Anhängern feiern.

„You’ve Got Another Thing Comin'“ heizte die Stimmung weiter auf, bevor bei „Breaking The Law“ die Olympiahalle zum ersten Mal zu explodieren drohte. Über allem thronte der Metal God himself, welcher unter dem glühenden Dreizack eine wahre Messe zelebrierte.

Dabei überließ Halford die großen Posen Flitzefinger Richie Faulkner, einem begnadeten Gitarristen vor dem Herren. Faulkner beackerte sein Griffbrett mit einer Leichtigkeit und sah dabei auch noch verdammt gut aus:-)

Stimmlich war Halford in den mittleren Lagen einfach immer noch unschlagbar und auch die hohen Schreie saßen fast astrein. Der ein oder andere Blick auf den Teleprompter sei ihm verziehen. Eine mehr als beachtliche Leistung des mittlerweile 72-jährigen Frontmannes. Die komplette Show war ein audiovisuelles Spektakel, inklusive wechselnder Outfits von Halford.

„Lightning Strike“, „Saints In Hell“ und „Turbo Lover“ wurden gnadenlos in die Halle gepeitscht, bevor das „Invincible Shield“, der Titeltrack vom aktuellen Album gezückt wurde. Und JUDAS PRIEST schienen an diesem Abend spielfreudig und unbesiegbar. Obwohl die beste Band des Abends den Showauftakt bestritt. Aber Geschmäcker sind zum Glück verschieden und jeder kam auf seine Kosten.

Die Stimmung erreichte bei „Painkiller“ ihren Höhepunkt. Spätestens an dieser Stelle realisierten die Schädelschwinger, dass sich die Nackenwirbel verselbstständigten und die Nachwehen wahrscheinlich noch wochenlang zu spüren sein werden.

Ohne Zugabe kamen JUDAS PRIEST nicht davon, natürlich unter lautem Röhren des Zweizylinders. „Hell Bent for Leather“ läutete anschließend das Ende der Show ein, bevor mit „Living After Midnight“ ein grandioser Konzertabend besiegelt wurde. Um es mit den Worten von Rob Halfod zum Abschluss zu bringen: „Thank you for keeping the Heavy Metal faith.“

JUDAS PRIEST, SAXON und URIAH HEEP brannten ein wahres Metalfeuerwerk ab und alle Bands zeigten, auch viele Jahre nach ihrer Gründung, kaum Verschleißerscheinungen. Ein Abend, der noch lange in Erinnerung bleiben wird und jeden Euro wert war.

Text+Fotos: Sandra Baumgartl

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